Montag, 17. Juni

Bei strahlendem Sonnenschein machen wir Pläne für heute und die nächsten Tage. Nach unserem heutigen Programm in Falun wollen wir weiter zum Siljansee. Wir haben Bedenken dort einen Platz zu finden, ist doch die Woche zum Mittsommerfest die Hochsaison schlechthin. Wir haben mehrmals versucht, Campingplätze unserer Wahl über Internet zu buchen und auch dort anzurufen. Kein Erfolg.

Zuerst besuchen wir das Museum in der Stadt. Hier ist das Arbeitszimmer von Selma Lagerlöff zu sehen.

Wir besuchen die Kupfermine in Falun, ein Weltkulturerbe der Unesco. Die Stollen erstrecken sich über mehr als 30 Kilometer unter Tage. Wir nehmen an einer Führung teil und umrunden das Gelände dann in einem kleinen "Zug", eigentlich ein umgebauter Traktor.

    

 

 

 

Auch das Museum ist sehr interessant. Das grubeneigene Krankenhaus lässt mich erschauern. Die chirurgischen Instrumente der damaligen Zeit sind sehr vertrauenerweckend und den Originalfilm von 1903 über die Amputation eines Unterschenkels muss ich mir nicht zu Ende ansehen. (...aber kein Problem beim Schafe zerlegen oder Fische ausnehmen?!)

Am Abend fahren wir dann noch die letzten 40 Kilometer nach Rättvik am Siljansee, wo wir einen tollen Platz mit Indoor Schwimmbad (für Sylvia) finden.

Hier werden wir erst mal bleiben.

Dienstag, 18. Juni

Die ganze Nacht über kam wieder viel Wasser vom Himmel, doch der Morgen vertreibt die Wolken und es wird schön. Wir machen einen Spaziergang in das Städtchen und machen uns im Touristenbüro schlau. Der Siljansee ist hier sehr flach und der Sand ist rot gefärbt. Auch hier ist der Boden noch kupferhaltig. Ueber eine ca. 1 km lange Fussgängerbrücke besichtigen wir eine kleine Insel.

Entlang der Brücke immer wieder Leitern und kleine Liegeflächen aus Holz, wo Schweden im knietiefen Wasser baden. Wir können uns gut beherrschen, geht doch ein kühler Wind!

In einem BBQ Restaurant essen wir zu Abend. Die Vorbereitungen für das Mittsommerfest sind schon im vollen Gang. Menschen in farbenfrohen Trachten tragen die Girlande für den Maibaum durch das Städtchen, gefolgt von berittenen Mädchen mit Birkenkränzen im Haar und fiedelnden Kindern in bunten Gewändern.

Im WoMo schlafen wir wie die Bären. Es ist ruhig und windgeschützt und der nächtliche Regen trommelt uns in den Schlaf.

Mittwoch, 19. Juni

Um 0930 wecke ich Sylvia mit Kaffee, nachdem ich mit Brujo bereits unterwegs war. Die Sonne scheint und es ist warm. Da wir sowieso noch Wasser aufnehmen und entsorgen müssen machen wir das WoMo fahrtauglich und fahren dem See entlang nach Tällberg, ein hübsches Dörfchen mit alten Häusern, ca. 10 km entfernt. In vielen der kleinen Häuschen sind Shops eingerichtet, wo man lokale Handarbeiten, Kleider, Bilder und vieles mehr einkaufen kann. Sylvia fährt auf die Kindersachen ab, kauft aber letzendlich doch nur ein paar Postkarten. Dann fahren wir nach Leksand. Unsere Versuche Geld zu wechseln sind endlich von Erfolg gekrönt. Eine Bankbeamtin erbarmt sich unser und wir können tatsächlich ganze EUR 500 wechseln. In Anbetracht der Tatsache, dass dies das Limit der Bank um 100 Prozent überschreitet ein beachtlicher Erfolg! Hier in Schweden ist Bargeld schon beinahe geächtet und auch Kleinstbeträge werden mit Kreditkarte bezahlt. Wer würde bei uns z.B. ein Eis mit Karte bezahlen?

In der Nähe unseres Campingplatzes ist heute Abend eine Monstertruck Show. Gehört hier auf dem Land wohl zum Vorprogramm des Mittsommerfestes.

Wir verkneifen uns den Besuch und um 2100 ist der Spuk auch schon vorbei. Wir sind rechtschaffen müde und nicken schon bei den Nachrichten im Fernsehen immer wieder ein. In der Nacht geht es Brujo nicht gut und er muss so alle 2 Stunden raus. Zum Glück erwachen entweder Sylvia oder ich von seinem Gewinsel und es geschieht wenigsten im WoMo kein Unglück. Reisen mit Hund ist manchmal schon sehr anstrengend.

Donnerstag, 20. Juni

In der Nacht hat es wieder geregnet und es ist wesentlich kühler als gestern. Heute wollen wir wieder mal Tagebuch nachführen und die Homepage updaten. Sylvia geht erst mal schwimmen

und ich führe das Tagebuch nach. Danach geht es an die Homepage. Der ganze Nachmittag geht dafür drauf, aber die Woche 4 steht.

Dann ein ausgedehnter Spatziergang mit Sylvia und Brujo. Die Stechmücken im Wald werden immer mehr und haben es auf uns abgesehen. Ein kleiner Vorgeschmack auf das was noch kommt?

Der Camping wird immer voller. Die Schweden fahren ein für das Wochenende. Erstaunlich, wieviele Schweden mit amerikanischen Oldtimern unterwegs sind.

Freitag, 21. Juni

Wir wachen erst um 1000 auf und machen einen Spaziergang ins Dorf. Die Läden sind mehrheitlich geschlossen. Ist Mittsommer ein Feiertag? Sylvia besucht noch die Kirche ausserhalb des Dorfes mit dazugehörendem Kirchendorf. Früher mussten viele Leute schon am Vortag zu Sonntagsgottesdienst anreisen und übernachteten dann in kleinen Hütten.

Am Abend gehen wir erwartungsvoll ins Dorf, endlich Mittsommerfest! Aber alles ist ausgestorben. Auf der Wiese mit dem Maibaum gähnende Leere, bis auf eine Kneipe alles zu. Was ist das denn? Nach dem Dinner im BBQ Haus laufen wir durch den Regen zurück zum Camping. Auf Nachfrage erklärt man uns, dass die Feiern an unterschiedlichen Orten zu verschiedenen Zeiten stattfinden und jeweils nur ca. 1,5-2 Stunden dauern. Diejenige in Rättvik war am Nachmittag um 1600. Hier auf dem Camping wird morgen um 1500 gefeiert. Na hier tanzt zu Mittsommer ja wirklich der Bär!

Samstag, 22. Juni

Heute ist es kühl und zwischendurch regnet es. Um 1500 machen wir uns auf zum Maibaum. Dieser wird gerade mit Birkenlaub und Wiesenblumen geschmückt.

Dazu spielt ein Trio volkstümliche Klänge.

Kinder werden mit Pferdewagen durchs Gelände geführt.

Der Baum wird aufgestellt.

Die Stimmung nähert sich dem Siedepunkt.

Der Baum steht und nun sollen alle tanzen!

Das ist für uns der Startschuss... um zum WoMo zurückzukehren.

An der Rezeption redigiert Sylvia dann Woche 4 unseres Reiseblogs. Zurück im WoMo machen wir die Heizung an und es wird schnell muckelig warm.

Sonntag, 23. Juni

Um uns herum herrscht grosse Aufbruchstimmung. Am Nachmittag sind wir schon fast allein auf dem Campingplatz. Gelegenheit um auch noch Woche 5 ins Netz zu stellen.
Die Batterie unseres WoMo's steht noch bei knapp 50% und das bei dem in den letzten Tagen mehrheitlich schlechten Wetter.
Morgen werden wir uns für die Wildnis aufrüsten und dann geht's weiter.

Bis zum nächsten WiFi melden wir uns dann erst mal ab!