Montag, 27. Mai

Nach einer ruhigen Nacht bezahle ich für den Stellplatz gerade mal DKK 50, Kurs zum Euro ca. 7/1. Entsorgung und Wasser sowie Küchenbenützung ist kostenlos. Wir besuchen Marhoi jaettenstuen, ein Sammelgrab aus der Bauernsteinzeit, welches nur 5 km von unseren Nächtigungsort entfernt liegt.

 

Ueber Kerteminde fahren wir nach Nyborg, wo wir lecker zu Mittag essen (mmh.. spare ribs) und wollen das Schloss besichtigen.

Montags haben aber die meisten touristisch interessanten Orte in Dänemark geschlossen!

Also schiesse ich noch ein paar Bilder von unserem WoMo, welches imposant vor dem Rathaus steht.

Ueber die Stoerebeltbrücke verlassen wir die Insel Fyn und wechseln auf die Hauptinsel Sjaelland (Seeland). Die Mautgebühr zeigt uns zum ersten Mal, dass wir mit einem Laster und nicht mit einem Auto unterwegs sind. Wir sind DKK 700 los, unser T5 hätte gerade mal DKK 230 gekostet. Faktor 3!

    

Da wir morgen die Traelleborg besichtigen wollen lassen wir uns in der Nähe nieder. Der Campingplatz bei Stillinge Strand ist sehr familiär. Die meisten Plätze sind an Dauercamper aus Deutschland und Schweden vermietet und die sind meist nur am Wochenende da. Sehr nette Besitzerin, alles sauber und ruhig. Hier werden sogar wir Klo und Duschen benutzen. Beim Spaziergang am Strand werden wir von einem Kajakfahrer angesprochen. Kajakfahren ist in Dänemark Volkssport. Dänemark hat 7500km Küstenlinie und unser Kajakfahrer will die wichtigsten davon, ca. 3500km selbst und alleine befahren. Seit 2 Jahren nutzt er jede freie Minute und hat jetzt etwa 1600km geschafft. Beim Spaziergang vom Camping an die Küste haben wir einen Kajakshelter gesehen. Diese Shelter aus Holz werden von den Gemeinden gebaut und dienen den Kajakfahrern als Unterschlupf. Es gibt ein paar Tausend davon. Wir verabschieden uns und geniessen erst mal die Sonne. Ich baue den neu erworbenen Campingtisch zum ersten Mal auf. Wieder eine Premiere. Ein kühles Bier mit Sylvia und dann lassen wir den Abend im WoMo ausklingen.

Dienstag, 28. Mai

Nach ausgiebiger Morgentoilette besuchen wir die Traelleborg. Die Reste dieser Vikingerfestung aus dem 10. Jahrhundert sind nur noch in Grundrissen erhalten. Man sieht aber durch rekonstruierte Gebäude sehr anschaulich wie die Menschen damals gelebt haben.

Wir fahren über Slagelse nach Naestved und schauen uns die Stadt an. Abgesehen von weiteren Backsteinkirchen und dem kleinsten Reiterstandbild Dänemarks (man kann auch daraus eine Attraktion machen)

und ein paar Graffitis

 

gibt die Stadt aber nicht mehr her und so fahren wir vor dem Zeitplan weiter und klappern ein paar Campingplätze entlang der Küste ab. In Store Spiellerup werden wir fündig und finden einen Platz mit Internet für DKK 200. Wir skypen ausgiebig mit unseren Kindern. Natascha mailt mir die unbezahlten Rechnungen, welche ich noch während des Gesprächs mit dem Handy bezahle. Um 0030 gehen wir dann erschöpft ins Bett.

Mittwoch, 29. Mai

In der Nacht fängt es an zu regnen und zu stürmen. Trotzdem fahren wir los zu der Kalksteinküste, welche bei Stevns Klint beginnt. Der Chor der alten Kirche ist 1923 ins Meer gestürzt. Die Küste fällt senkrecht ab. Trotzdem gibt es neben er Kirche keinen Zaun oder andere Sicherungen. Ich bin ja beileibe kein ängstlicher Mensch, aber hier beschleicht sogar mich ein mulmiges Gefühl.

    

Das dazu gehörende "Museum" besichtigen Sylvia und ich gemeinsam. Fast etwas frech, dafür Eintritt zu verlangen (DKK 25/Person). Ein einziger Raum, eine Ansammlung von Trödel, ein paar alte Feuerwehrpumpen und eine Motorradsammlung (eine Zündapp, eine BSA und ein Velosolex!!!). Das Velosolex war in unserer Jugend topaktuell was den Schluss zulässt, dass eigentlich auch wir so langsam ins Museum gehören.

Bevor wir in Depressionen verfallen machen wir uns auf den Weg nach Roskilde.

Donnerstag, 30. Mai

Wir sind den ganzen Tag zu Fuss unterwegs, was Brujo ja hoffentlich genossen hat. Das Wikingerschiff Museum ist unser erster Anlaufspunkt. 5 Wikingerschiffe, welche in den 20-er Jahren des letzten Jahrhunderts geborgen wurden un in 25-jähriger Puzzlearbeit restauriert wurden.

Der Dom, wo über 60 dänischde Könige und deren Angehörige bestattet sind, besteht aus verschiedenen Baustilen, da immer wieder angebaut wurde.

Der Eintritt von DKK 60 lässt uns aber auf das Innere verzichten und wir essen in der Stadt bei schönstem Wetter und 25 Grad lecker zu Mittag. Die ca. 12km Fussmarsch heute haben mich ganz schön geschafft und, kaum zurück im WoMo, schlafe ich für rund 2 Stunden ein. Morgen ist Kopenhagen angesagt.

Freitag, 31. Mai

Das hügelige Gelände auf dem Campingplatz in Roskilde lässt noch nicht mal zu, dass wir das Grauwasser entsorgen können. Also beschliessen wir, die rund 30km nach Kopenhagen zu fahren. Wir installieren uns auf dem City Stellplatz und retablieren erst mal (für Nicht-Schweizer: retablieren = Wiedererstellen der Marschbereitschaft). Dann fahren wir mit den Hop-on hop-off Schiff in die Stadt. In Nyhavn, dem ehemaligen Rotlichtbezirk Kopenhagens und heute DIE Flaniermeile, essen wir zu Mittag.

Natürlich besichtigen wir auch die kleine Meerjungfrau.

Ein Abstecher nach Christiania darf auch nicht fehlen, wollen wir uns da doch etwas "verpflegen"! Christiania ist ein von der Regierung geduldeter "Freistaat" welcher von Alternativen und Späthippies verwaltet wird. Eigentlich ein mehr oder weniger rechtsfreier Raum. Polizei sieht man keine, dafür aber umso mehr ausgeflippte Typen. Mich erinnert es an das "alternative Jugendzentrum (AJZ)" anfangs der 80-er Jahre in Zürich.

Den Rückweg zum Stellplatz nehmen wir unter die Füsse und geniessen den wunderschönen Abend.

Auch heute sind wir wieder ca. 15km zu Fuss gelaufen und schlafen trotz des Verkehrs super gut ;-)

Samstag, 1. Juni

Gegen Mittag geht Sylvia alleine los. Ich will das WiFi auf dem Stellplatz nutzen und unsere Reisehomepage mit den ersten Einträgen beglücken. Wir haben beide Pech. Die Museen, welche Sylvia besuchen wollte sind geschlossen und die Bandbreite des WiFis ist zu dünn um vernünftig arbeiten zu können. Also kaufen wir erst mal Lebensmittel ein und machen dann nochmal einen Ausflug nach Christiania. Auf dem Rückweg essen wir in einem Restaurant am Kanal Thunfisch Sashimi und Muscheln. Wieder ein wunderschöner Abend!

Sonntag, 2. Juni

Den Morgen verbringen wir im Bett. Es ist kühl draussen und sehr windig. Wir diskutieren den Routenverlauf unserer Skandinavienreise. Der Platzbesitzer hatte und nähmlich davon abgeraten, über Finnland in den Norden zu fahren. In Finnland habe es mehr Mücken. Zudem sei die Strecke sehr öde, da sie mitten durchs Land führt und nur Seen und Wälder zu bieten habe. Auch 2 Stunden später sind wir uns noch nicht sicher und so beschliessen wir, mit dem WoMo erst mal in die Stadt zu fahren, damit Sylvia die ihr noch fehlenden Sehenswürdigkeiten besichtigen kann. in dieser Zeit setze ich mich in ein Café mit Internet. Knappe 2 Stunden hacke ich unseren Reisebericht in die Tasten. Danach fahren wir auf direktem Weg auf einen kleinen Campingplatz direkt am Meer in Helsingoer.

Die Sonne scheint, aber es geht ein bissiger Wind. Ein österreicher Paar, welche uns auf dem Stellplatz in Kopenhagen schon gesichtet hatten, spricht uns an. Wir trinken ein paar Bierchen und zeigen uns gegenseitig unsere WoMos.

Die Nacht wird ziemlich schaukelig, nicht wegen der Bierchen, sondern wegen dem Wind, welcher an Stärke zugenommen hat.